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  • "Ohne uns geht es nicht"

“Ohne uns geht es nicht”

Auf der Arbeitstagung “Aufnahmezustand” im Pavillon setzt die Freie Kulturszene ein deutliches Signal für Hannovers Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europa 2025

Am Dienstag, dem 26. Juni trafen sich 149 Akteurinnen und Akteure der Freien Kulturszene Hannovers zur Arbeitstagung „Aufnahmezustand“ im Pavillon, die eine mögliche gemeinsame Haltung und Positionierung der Freien Kulturszene zur Bewerbung der Stadt Hannover als Kulturhauptstadt Europa 2025 zum Inhalt hatte. Es kamen Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden und der Stadt Hannover.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Melanie Botzki vom Kulturhauptstadtbüro der Stadt Hannover den Stand der Bewerbung und die erforderlichen Schritte bis 2025. Sjoerd Bootsma, Vertreter der Freien Kulturszene aus Leeuwarden, der Kulturhauptstadt Europas 2018, machte in seinem sehr persönlichen und lebendigen Bericht zur Bewerbung der niederländischen Stadt viel Mut, die eigene Stärke und die eigenen Möglichkeiten als Freie Szene zu sehen und zu nutzen. Bootsma schilderte eindrücklich, wie man ein Feuer für die Kulturhauptstadtsbewerbung entfachen kann, „wenn die Stadt und die Kultur das will!“

Bei der Arbeitstagung wurden 12 Thesen zur Bewerbung Hannovers zur Kulturhauptstadt Europas 2025 vorgestellt, die anschließend in Arbeitsgruppen kontrovers diskutiert wurden.

Am Ende stand ein gemeinsames Statement, in dem die Kulturschaffenden Expertise forderten, „Fachleute, die brennen, aber auch einen Plan haben“. Deshalb solle mehr und regelmäßig gesprochen, Vernetzung institutionalisiert und über den Tellerrand geschaut werden. In diesem Zusammenhang wurde die Wichtigkeit der Einbeziehung der Freien Kulturszene in Zusammenarbeit mit der Stadt betont, damit „die vorhandenen Potentiale erkannt, gebündelt, gestärkt und gemeinsam weiterentwickelt werden können“. So möchte die Freie Kulturszene eine gemeinsame Interessenvertretung wie beispielsweise einen Freien Kulturrat initiieren, der für verbindliche und legitimierte Strukturen sorgt und alle Akteurinnen und Akteure einbezieht.

Um finanzierbare und faire Strukturen schaffen zu können, wurde ein „Kulturhauptstadtstarifvertrag“ gefordert, zu dessen Zielen eine Netzwerkstelle, 50 Prozent des Gesamtbudgets der Kulturhauptstadt 2025, mehrere Sitze im Beirat der Kulturhauptstadtsbewerbung und eine dauerhafte Erhöhung des Kulturetats gehören könnten.

Darüber hinaus betonten die Kulturschaffenden, wie wichtig es sei, gemeinsame Projekte mit europäischen Partnerinnen und Partnern zu fördern und möglichst partizipativ, nachhaltig, inklusiv, niedrigschwellig, transdisziplinär und transkulturell zu arbeiten. Ein gemeinsam mit der Stadt entwickelter Kulturentwicklungsplan solle für „paritätische Beteiligung und Transparenz in allen Prozessen“ sorgen.

Während der Arbeitstagung entstanden aber auch bereits konkrete Ideen wie eine Kulturlotsen-App, ein Kulturdorf mitten in der Stadt, ein Pilgerweg Hannover-Slowenien, ein Grüner Faden Kultur, kulturelle Wildcards und Schrebergärten mit künstlerischen Interventionen im Herrenhäuser Garten und umgekehrt.

Die hannoversche Freie Kulturszene hat sich positioniert: Für die Kulturhauptstadt 2025 und für ein Hannover, in dem man „nirgendwo mehr sicher sein soll vor Kultur“.