Alexandra Stanić
"Ausländergöre - Über die schmerzhafte Erfahrung, nie dazuzugehören". Lesung
Do, 11.03.27
Warenannahme
Rubrik: Literatur
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr
VVK: 20 Euro (zzgl. Gebühren)
AK: 23 Euro
Ermässigt: 18 Euro
“Du wirst immer eine Ausländerin sein, ganz egal, wie gut dein Deutsch ist.” Alexandra Stanić ist 12 Jahre alt, als sie diesen Satz hört, ausgesprochen von einem Stammgast ihrer bosnischen Eltern, die ein Wirtshaus betreiben. Ein Satz, der seine Schatten vorauswirft: Rechte Gedanken und Werte sind aus den Gaststuben und Wohnzimmern in die 8-Uhr-Nachrichten, die Feuilletons und Regierungsprogramme gewandert.
Ausgehend von ihrer eigenen Migrationsgeschichte, dem Aufwachsen zwischen Frittatensuppe und Ćevapčići, ihrer queeren Selbstfindung und ihrem Werdegang zu einer der wichtigsten kritischen Stimmen des deutschsprachigen Social Media verwebt Alex Stanić ihre Lebensgeschichte mit pointierter Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen. Auslädergöre, Sozialschmarotzerin, Kulturbeschmutzerin, Švabica, Männerhasserin, Kampflesbe – In ihrem ersten Sachbuch wird jede dieser Zuschreibungen für Stanić zum erzählerischen Ausgangspunkt, um Klassenfragen, Misogynie und Rechtspopulismus zu beleuchten. Auf berührende Art und Weise zeigt sie auf, vor welchen Herausforderungen mehrfach marginalisierte Personen stehen und welche Brücken es zu bauen gilt, um diese zu überwinden.
Stanić ist soft, aber streitet aus Strategie, denn: ohne Konflikt, keine Veränderung. Sie schreibt radikal nah an sich selbst, ohne in eine Opferrolle zu schlüpfen, aber mit unbeirrtem Blick für strukturelle Gewalt.
Alexandra Stanić ist Journalistin und Expertin in feministischen und digitalen Diskursen. In den Sozialen Medien sowie in Vorträgen und auf Panels spricht sie über soziale Gerechtigkeit, Sexualität und Hass im Netz. Alexandra Stanić war Chefreporterin beim Wiener Stadtmagazin BIBER und bei VICE Österreich. Sie lebt in Wien.

