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Fluppe


Indie und Alternative aus Hamburg


Präsentiert von: Ox-Fanzine & Schall

Fr, 14.04.23

Mephisto

Rubrik: Livemusik

Einlass: 19 Uhr

Beginn: 20 Uhr

VVK: 14 Euro (zzgl. Gebühren)

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Gute Songs sind wie Bilder. Wie Gemälde oder Filmszenen. Für die Ohren der Hörer*innen eingefangene, gemalte, hingezauberte Geschichten aus Wort und Ton. So wie Fluppe-Songs. Auch auf ihrem zweiten Album geschehen wieder seltsam berauschende Dinge. Es sind mit fantasievoller, detailverliebter Hand skizzierte und bunt kolorierte Songwelten.

Nach ihrem 2021 erschienenen Debütalbum “Blüte” spielen die vier Musiker aus Hamburg auf ihrem neuen Album wieder einen poetisch versponnenen Indie-Rock. Die Band besteht aus Josef Endicott, Antoine Laval, Lars Brunkhorst und Christian Klindworth. Als Hamburger Band sind fluppe natürlich die einschlägigen Vergleiche gewohnt. Die gab es von Anfang an, auch wenn nichts so richtig zu passen scheint. Vielleicht haben sie einfach von allem ein bisschen in sich aufgenommen: die Angriffslust von Turbostaat, der Wille zur Zärtlichkeit und die Lust am Fabulieren von Tocotronic. Vor allem aber machen Fluppe in der Welt der neuen deutschen Post-Punk-Generation einfach ihr eigenes Ding. Fluppe klingt, wie nur Fluppe klingen kann.

Auf “Boutique” sind die Melodien noch zuckersüßer, noch ansteckender als auf “Blüte” im vergangenen Jahr. Und noch leichtfüßiger sind die narrativen Haken, mit denen Fluppe versuchen, dem schroffen Alltagstrott ein Schnippchen zu schlagen. Entstanden ist die zweite Platte in den zähen Wochen und Monaten der Pandemie. Klar, wir erinnern uns alle an diese Tage der Seltsamkeit. Auch am Proberaum von Fluppe in Hamburg-Billstedt sind diese natürlich nicht spurlos vorbeigegangen. Trotzdem wollten die vier vermeiden, dass diese Zeit in den Texten allzu präsent ist, sagt Christian. Höchstens unterbewusst, zwischen den Zeilen und ganz tief im Inneren der Songs kann man sie spüren: “diese Stimmung zwischen Resignation und Sehnsucht”.

Viel wichtiger als das kleine bisschen Lokalkolorit ist der Band während der Entstehung von “Boutique” musikalische Neugier und Experimentierfreude gewesen. Fluppe hatten keine Lust, nochmal die gleiche Platte zu machen und nahmen sich deswegen vor, die Federbetten ihres Songwritings ordentlich aufzuschütteln. “Unsere Idee war es, einen klaren Schritt in Richtung Pop zu gehen“ sagt Christian, “alles ein bisschen aufzuhübschen sozusagen“. Herausgekommen ist Musik, die zu gleichen Teilen berührt und verwirrt. Fluppe bauen mit ihren Songs verwaschene Kulissen und vage Settings für Themen und Gefühle, die die Hörer*innen dann selbst weiterspinnen können. Wie die besten Geschichtenerzähler*innen lassen sie viel Raum für eigene Gedanken. Klar ist nur: So detailverliebt, flimmernd und verlockend wie auf “Boutique” war deutscher Indie-Rock schon lange nicht mehr.

(Annett Scheffel, Musikexpress, Dummy Magazin, Spiegel, SZ)

www.fluppeband.de
Fluppe @ Instagram

(Fotos: Matthias Reinhardt und Maritim Phtographie)

Fotos:
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