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Mit Sicherheit gut ankommen


Ein sozial-kulturelles Schiffsprojekt zu Flucht und Migration


Sa, 09.09.17

Faust-Wiese

Rubrik: Gesellschaft / Fest

Einlass / Beginn: 11 Uhr

Eintritt: frei

“Mit Sicherheit gut ankommen” – unter diesem Motto startete am letzten Wochenende im Juli ein sozial-kulturelles Schiffsprojekt zu Flucht und Migration von OUTLAW.die Stiftung. Mit dabei sind mehr als 50 Kooperationspartner aus sieben Bundesländern, aber auch aus den Niederlanden und aus Dänemark. Den Kern des Projekts bildet die Reise von zwei Schiffen mit mehreren Stationen in Hafenstädten entlang der deutschen Nordseeküste und kreuz und quer durch Deutschland über Flüsse und Kanäle. Wenn das Ziel Berlin am nationalen Flüchtlingstag am 30. September 2017 erreicht ist, wurden mehr als 3600 Kilometer zurückgelegt und fast 60 Schleusen passiert. Auf der 65-tägigen Reise vom Starthafen Bremen werden 25 Städte angelaufen.

Den ersten Teil der Reise bestreitet die hochseetaugliche MS Anton, ein Schiff der dänischen Vereinigung Levende Hav. Sie fährt entlang der deutschen Nordseeküste mit Stationen auf Norderney und Borkum, in Emden, Weener und Papenburg. Hier wird sie abgelöst von der Al-hadj Djumaa. Dieses Schiff kam im Sommer 2013 von Nordafrika nach Lampedusa. An Bord mehr als 280 Menschen aus Eritrea und Äthiopien. Heute wird das Schiff in Amsterdam von der Rederij Lampedusa betrieben. Die Al-hadj Djumaa fährt weiter über Lingen und Münster bis ins Ruhrgebiet mit den Stationen Gelsenkirchen, Oberhausen, Duisburg und Hamm. Danach geht es über Osnabrück, Celle und Hannover Richtung Osten.

Magdeburg, Halle, Dresden,Potsdam und Neuruppin heißen die weiteren Ziele, um dann am letzten Wochenende im September Berlin zu erreichen. Auf den Schiffen befinden sich während des Projekts “Mit Sicherheit gut ankommen” mehr als 70 Kupferfiguren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt. Sie zeigen Männer und Frauen aller Altersgruppen mit Gesichtszügen aus vier ethnischen Herkunftsregionen: Asien, Afrika, Südamerika und Europa.

Ziel dieses sozial-kulturellen Schiffsprojektes ist es, mit diesem “Hingucker” und mit den begleitenden Veranstaltungen und Aktionen entlang der Route Gelegenheiten zu bieten, sich mit dem Thema Flucht und Migration auf eine andere Weise als gewohnt auseinanderzusetzen. Hilfsprojekte, Flüchtlingsinitiativen und Einrichtungen der Flüchtlingshilfe können sich der Öffentlichkeit präsentieren und ihre Arbeit diskutieren lassen. Das trägt zur Transparenz der Flüchtlingsarbeit und ihrer Ziele vor Ort bei. Als Grundlage dafür dient die Norderneyer Erklärung. Hier werden Kernpositionen zum Thema Flucht und Migration formuliert, die sowohl grundsätzlicher Natur sind als sich auch insbesondere auf die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe beziehen.

Durch dieses Projekt wird auf die Situation der Flüchtenden vor, während und nach der Flucht aufmerksam gemacht. Hier soll insbesondere der Fokus auf die Schwächeren, das heißt auf die Kinder, die Jugendlichen, die Frauen und auf die jungen Familien gerichtet werden.

ausführliche Informationen zum Projekt:
msgan.de
www.outlaw-diestiftung.de

Programm Hannover Faust-Wiese

Samstag, 9. September 2017

11 Uhr
Begrüßung des Fluchtschiffes

Begrüßung der Al-hadj Djumaa und seiner Besatzung durch die Integrationsbeautragte des Landes Niedersachsen, Doris Schröder-Köpf, und Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Hannover, Interview mit zwei Bewohnern der Unterkunft für Geflüchtete zu ihren Erlebnissen vor, während und nach der Flucht. Anschließend Rundgang durch die Ausstellung mit musikalischem Begleitprogramm und Besichtigungsmöglichkeit des Schiffes.

ab 11 Uhr:
Markt der Möglichkeiten

Örtliche Initiativen und Projekte der MigrantInnenselbstorganisationen und Flüchtlingsinitiativen stellen sich vor und gestalten einen “Markt der Möglichkeiten” rund um die Jurte in der Nähe des Schiffes.

ab 11 Uhr
Philosophie zwischen Schwarz und Weiß

Ausstellung “Schwarz. Weiß. Deutsch. Afrikaner in Niedersachsen – Eine Spurensuche” über Anton W. Amo und Afrikanerinnen und Afrikaner in Niedersachsen

Ein Projekt des ADV Nord in Kooperation mit dem Literarischen Salon, dem Kulturzentrum Faust, dem Kulturzentrum Pavillon und dem Freizeitheim Vahrenwald.

ab 11 Uhr:
Kinderfest für Flüchtlingskinder und Kinder aus dem Stadtteil

Zusammen mit ehrenamtlichen Initiativen der Flüchtlingsarbeit wird ein Kinderfest auf der Wiese beim Schiff organisiert, mit zentralen Attraktionen und weiteren ehrenamtlichen Angeboten, alles kostenfrei. Flüchtlingsfamilien werden mit dem Bus aus ihren Unterkünften abgeholt.

12 Uhr:
Informationen durch die Besatzung der Al-hadj Djumaa

15 Uhr:
International Open Mic

Mehrsprachige Poetry-Bühne von Kargah e.V. für junge Flüchtlinge und Menschen mit Migrationsgeschichte. Open Stage-Programm für ausländische und deutsche Künstler, Geflüchtete und andere.

Das International Open Mic ist eine offene Bühne für mehrsprachige Autorinnen und Autoren aus der ganzen Welt, die ihre poetischen Werke vortragen möchten. Ob Texte über das Zusammenleben hier in der Stadt, das Ankommen an einem neuen Ort oder Erinnerungen an eine alte Heimat – kargah lädt Wort-Akrobatinnen und -Akrobaten ein, ihre Poesie und Prosa in mehreren Sprachen zu präsentieren. Auch Musikerinnen und Musiker sind dazu eingeladen, unsere Bühne zu erobern. Anschließendes “Come Together” in der Jurte.

19 Uhr:
“Mensch Willkommen!”

Ein Projekt von GRIPS Werke e.V. und BBZ (Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen) in Kooperation mit dem GRIPS-Theater.

„Mensch Willkommen!“ bietet jungen Geflüchteten die Möglichkeit, sich auf der Bühne auszudrücken und sorgt für künstlerische Begegnungen. Das Projekt basiert auf der Idee, dass kulturelle Teilhabe dazu beiträgt, einen eigenen gesellschaftlichen Platz zu finden und wird durch ein Open-Stage-Format verwirklicht. Ein Organisationsteam erstellt mit der Hilfe von Theaterpädagogen und einem Musik-Coach ein Kulturprogramm, das mit und von jungen Flüchtlingen und Künstlerinnen und Künstlern gestaltet wird. Das Projekt versteht sich als Teil der lebendigen Willkommenskultur, in der die jungen Geflüchteten eine Begegnung mit Künstlern und Publikum auf Augenhöhe erleben. Um den Austausch und die Begegnung zu fördern, wird im Rahmen der Open-Stage-Veranstaltung ein gemeinsames Essen mit dem Publikum angeboten.

21 Uhr:
“Ein Morgen vor Lampedusa”, szenische Lesung der Projektgruppe “Unser Herz schlägt für Lampedusa”

Vor der italienischen, zwischen Sizilien und Afrika gelegenen Insel Lampedusa versank am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter, 368 Menschen ertranken: Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien, die vor Krieg und Armut flohen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Was geschah an jenem Morgen? Was erlebten die Flüchtlinge? Wie reagierten die Einwohner, Touristen und Behörden?

Der Autor, Antonio Umberto Riccò aus Hannover hat aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material einen Text zusammengestellt, der unterschiedliche Perspektiven auf die Katastrophe eröffnet und insbesondere die Einwohner von Lampedusa zu Wort kommen lässt. Francesco Impastato hat eigens für dieses Projekt die Musik komponiert. Die Lesung ist ein Projekt der Arbeitsgruppe “Unser Herz schlägt auf Lampedusa”, die sich in Hannover kurz nach dem Ereignis gründete: eine Gruppe italienischer und deutscher Bürger, die jenseits von der tagesaktuellen Berichterstattung auf die dramatischen Umstände der gegenwärtigen Migrationswelle aus Afrika aufmerksam machen. Bundesweit und in Italien fanden bisher über 250 Lesungen statt, die von 23.500 Zuschauerinnen und Zuschauer besucht wurden. Dabei wurden fast 70.000 Euro Spenden für Flüchtlingsprojekte gesammelt. Bei der Lesung werden Spenden zu Gunsten von Medinetz Hannover e.V. gesammelt.

www.lampedusa-hannover.de

Sonntag, 10. September 2017

11 Uhr:
Informationen durch die Besatzung der Al-hadj Djumaa

ab 11 Uhr:
Markt der Möglichkeiten

Örtliche Initiativen und Projekte der MigrantInnenselbstorganisationen und Flüchtlingsinitiativen stellen sich vor und gestalten einen “Markt der Möglichkeiten” rund um die Jurte in der Nähe des Schiffes.

ab 11 Uhr
Philosophie zwischen Schwarz und Weiß

Ausstellung “Schwarz. Weiß. Deutsch. Afrikaner in Niedersachsen – Eine Spurensuche” über Anton W. Amo und Afrikanerinnen und Afrikaner in Niedersachsen

Ein Projekt des ADV Nord in Kooperation mit dem Literarischen Salon, dem Kulturzentrum Faust, dem Kulturzentrum Pavillon und dem Freizeitheim Vahrenwald.

11 Uhr:
Lesung afrikanischer Autorinnen und Autoren

12 Uhr:
Filmveranstaltung zum Thema Flucht

13 Uhr:
“Human Act”, Tanztheater zum Thema Menschenrechte, ein Projekt von IKJA e.V.

Für die Produktion “Human Act” hat eine Gruppe von 14 Jugendlichen aus sieben Ländern im Alter von 16 bis 24 Jahren unter der Regie von Parisa Hussein-Nejad, der Schauspielleitung von Saham El Gaban und dem Tanztraining von Amanda Reich geprobt.

Wie passiert das eigentlich, dass wir aufhören, einander im Geiste der Mitmenschlichkeit zu begegnen, uns als gleich und zugehörig zu betrachten. Wann wird aus dem WIR ein DU und ICH? Wann verlieren Menschenrechte ihre Bedeutung? Warum verlieren Menschenrechte ihre Bedeutung? Freiheit, Liebe, Geschlechterrollen, Religion, Herkunft, Aussehen, Konkurrenz, Besitz, Ansehen werden im Lichte der Kämpfe von Menschenrechts-Aktivistinnen und Aktivisten thematisiert. Politische Figuren wie Trump, Assad und der Dalai Lama treten neben gewöhnliche Bürger auf die Bühne. Gruppen trennen sich, Menschen stehen auf, Bündnisse entstehen. Am Ende bleibt die Frage: Was ist wirklich wichtig – und wofür lohnt es sich zu kämpfen?

www.ikja.eu

15 Uhr:
Open Air-Konzert mit den afrikanischen Bands Gye Nyame (Ghana) und Afro Musica (Kongo)

Ein Projekt des ADV Nord in Kooperation mit dem Literarischen Salon, dem Kulturzentrum Faust, dem Kulturzentrum Pavillon und dem Freizeitheim Vahrenwald.

weitere Informationen:
Outlaw – die Stiftung