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Basis Zwei: Doing Live Coding


Spielend leichtes Musikprogrammieren in Echtzeit mit Raspberry Pi und Sonic Pi. Vortrag, Workshop und Konzert

So, 13.11.2016

Warenannahme

Rubrik: Gesellschaft / Livemusik

Einlass / Beginn: 18 Uhr

Eintritt: 7 Euro

Ermässigt: 4 Euro

Live Coding bezeichnet eine neue Möglichkeit musikalischer Performance: Statt Klavier, Gitarre oder Schlagzeug zu spielen oder eine Software mit graphischer Benutzeroberfläche wie Ableton Live oder ähnliches zu bedienen, werden beim Live Coding Klänge und musikalische Strukturen durch das Schreiben von Computer-Code in Echtzeit erzeugt. Das Publikum kann mittels Projektion die Entstehung des Codes verfolgen. Die Idee des Live Coding ist eng verbunden mit dem Gedanken der quelloffenen Software-Entwicklung und dem Wunsch, das Programmieren als sozialen Prozess zu etablieren.

Sonic Pi ist der Name einer 2012 erstmals veröffentlichten Programmiersprache, die explizit für das Live Coding entwickelt wurde und problemlos auf dem 40 Euro-Rechner Raspberry Pi läuft. Sonic Pi verfolgt sehr erfolgreich den Ansatz, einerseits leicht erlernbar und sogar im Grundschul-Unterricht einsetzbar, andererseits durch die unbeschränkte Erweiterbarkeit auch für professionelle Programmierer und Produzenten ein fortschrittliches Werkzeug zu sein.

Der Abend wird eingeleitet von Jürgen Rink, dem Chefredakteur von c't Fotografie und Herausgeber der c't Raspberry-Sonderausgaben. Rink wird in einer kurzen Präsentation die Plattform Raspberry Pi vorstellen. Sam Aaron, der Erfinder und Chefentwickler von Sonic Pi, wird zunächst über die Entstehung von Sonic Pi und seine Motivation zur Entwicklung dieser Sprache referieren. Nach dem Vortrag findet ein eineinhalbstündiger Hands-on-Workshop im Foyer der Warenannahme statt, bei dem Besucherinnen und Besucher spontan an bereitstehenden Workstations erste Gehversuche mit Sonic Pi unternehmen können. Abgerundet wird der Abend von einem Live Coding-Konzert mit Sam Aaron.

Dr. Sam Aaron hat im Fach Informatik über domänenspezifische Sprachen in virtuellen Umgebungen promoviert. Forschungsinteressen in jüngerer Zeit sind Grammatiken für graphische Partituren, digitale Musikproduktion im Rahmen von sozialen Prozessen und die Entwicklung von Live Coding-Sprachen. Für ihn ist Programmieren Performance und Kommunikationsprozess zugleich, der durch seine Lebendigkeit, schnelle Feedbacks und Fehlertoleranz musikalische Live-Performances nicht nur unterstützen, sondern bereichern kann. Aaron ist einer der weltweit führenden Aktivisten im Bereich des Live Coding und leitet die Entwicklung der Sprache Sonic Pi am Cambridge Computer Lab.

Die Veranstaltungsreihe Basis Zwei will das Bewusstsein für technische Entwicklungen und Artefakte als Teil unserer Kultur schärfen. Die formende Kraft und Dynamik digitaler Techniken wird anhand zahlreicher Beispiele theoretisch erläutert und praktisch demonstriert: Welche neuen Möglichkeiten eröffnet der Computer, welche neuen Herausforderungen stellt er etwa im Bereich der Bildenden Künste, der Komposition und Musikproduktion oder in den Geisteswissenschaften? Inwieweit formt der Computer als Modell und als Werkzeug zur Simulation unser Bild der Welt?

Basis Zwei – Eine transdisziplinäre Veranstaltungsreihe
Hannover, 01.10.–24.11.2016
basiszwei.tumblr.com