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"Heimat, worin noch niemand war?"


Schülerinnen und Schüler der IGS Linden präsentieren die Ergebnisse ihrer Projektwoche


Di, 06.03.18

Warenannahme

Rubrik: Gesellschaft / Bühne

Einlass: 17:30 Uhr

Beginn: 18 Uhr

Eintritt: frei

In diesem Jahr macht der 12. Jahrgang der IGS Linden die Heimat zum Thema ihrer Projektwoche. Die schon fast traditionelle Veranstaltung der IGS Linden in der Faust lässt eine spannende Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit einem Thema erwarten, das gegenwärtig wieder stark öffentlich erörtert wird. In seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit, am 3.10.2017, betonte Bundespräsident Steinmeier, dass, wer sich nach Heimat sehne, nicht von gestern sei. Die Globalisierungstendenzen führten gerade zur Betonung des bekannten Umfeldes. Zudem hob Steinmeier hervor, dass die “Sehnsucht nach Heimat … nicht den Nationalisten” überlassen werden dürfe. Eine andere Antwort auf die Frage nach dem Begriff “Heimat” gab der Philosoph Ernst Bloch am Ende seines Hauptwerkes “Das Prinzip Hoffnung”. Er verstand “Heimat” als utopisches Projekt: Heimat als etwas noch zu Gestaltendes, was zwar allen in die Kindheit scheine, worin aber noch niemand gewesen sei. Zwischen diesen beiden – gegenwartsbezogenen wie utopischen – Polen lässt sich ein Heimat-Begriff verorten, der in beiden Fällen eine Abgrenzung von reaktionären Bezügen oder folkloristischen Zuschreibungen bedeutet. In Verbindung bringen lässt sich ein solcher Heimat-Begriff etwa mit einer lokalen Ortsverbundenheit, wofür traditionell der “Lindener Butjer” stehen mag, oder einem Augenblicksbezug gelungener Lebenssituationen. Gerade von der in vieler Hinsicht heterogenen Schülerschaft der IGS Linden ist hier einiges zu erwarten.

In der Projektwoche des Seminarfachs gehen die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs selbstbestimmt auf Erkundungstour zum Thema “Heimat”. Nach einer Einführungsphase in die Projektarbeit und die Thematik des Projektes erfolgte eine selbstgewählte, z.B. filmische oder künstlerische Auseinandersetzung und Umsetzung der Projektidee. Über Orts- und Augenblicksbezüge hinaus dürfte gerade ein veränderter Heimatbegriff in Zeiten der Globalisierung in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangen. Und wer sonst als die von solchen Entwicklungen betroffenen Schülerinnen und Schülern könnte darüber besser Auskunft geben? Ob sich dann nicht wiederum “klassische” Motive einschleichen – etwa Heimat als Ort der Sehnsucht, als Oase, als lokale Erfahrung, als gelungener Augenblick, werden die Vorführungen zeigen. Heute präsentieren die Schülerinnen und Schüler die besten Ergebnisse der Projektwoche in der Warenannahme.. Eingeladen sind alle Freunde und Begleiter der IGS Linden und selbstverständlich alle am Thema Interessierten.