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Politischer Wandel im Sudan


Repression, Menschenrechte und die Bedeutung der Frauen in der Protestbewegung. Vortrag und Diskussion


Do, 23.01.20

Warenannahme

Rubrik: Gesellschaft

Einlass: 18 Uhr

Beginn: 19 Uhr

Eintritt: frei

Im Dezember 2018 gingen im Sudan zahlreiche Menschen auf die Straßen, um gegen das verbrecherische Regime von Omar al-Bashir zu demonstrieren. Die Proteste wurden von Beginn an ganz maßgeblich von Frauen getragen. Sie waren es, die der Unterdrückung durch das islamische Regime am stärksten ausgesetzt waren.

Auf Grund des konsequenten, von einem Großteil der Bevölkerung getragenen Widerstands wurde Diktator al-Bashir schließlich abgesetzt. Gleichwohl blieb die Macht in der Form eines Militär-Rates zunächst weiter in den Händen der alten Clique. Weiterhin wurde die oppositionelle Zivilgesellschaft mit aller Gewalt bekämpft. Im Juni 2019 richteten die Rapid Support Forces (RSF) unter General Hemeti, der bereits als Anführer der sogenannten Dschandschawid für den Genozid in Dafur verantwortlich war, ein Massaker in einem Protest-Camp in Khartoum an.

Auch wenn der hartnäckige Protest schließlich dazu geführt hat, dass im August ein Abkommen zwischen Militär-Rat und Opposition für eine Übergangsregierung geschlossen wurde, bleibt offen, ob der Wandel hin zu einer demokratische Gesellschaft gelingen wird. Nach wie vor regiert das Militär mit und übt Macht aus. Selbst die RSF – die auch im Auftrag der EU die flüchtenden Menschen an den sudanesischen Grenzen abfangen sollen – bleiben weiter in Funktion.

Vor diesem Hintergrund bleibt es verantwortungslos, sudanesische Geflüchtete in den Sudan abschieben zu wollen. Wir wollen mit den beiden Referentinnen Kirsten Maas-Albert (Leiterin des Afrika-Referats der Heinrich-Böll-Stiftung) und Eiman Seifeldin (sudanesische Aktivistin) über die aktuelle Lage im Sudan und die Bedeutung der Frauen in der Protestbewegung diskutieren, aber auch die Auswirkungen der politischen Veränderungen im Sudan auf die hiesige Asyl- und Flüchtlingspolitik beleuchten.

Die Veranstaltung wird auf Deutsch und Arabisch stattfinden. Für eine Übersetzung ist gesorgt.

Eine Veranstaltung des Flüchtlingsrates Niedersachsen e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen und dem Bildungsverein.