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Zum Verhältnis von Oikonomia und der kapitalistischen Produktionsweise


Diskussionsveranstaltung im Attac-Frühlingsprogramm


Di, 23.04.19

Der Nachbarin Café

Rubrik: Gesellschaft

Einlass / Beginn: 19:30 Uhr

Eintritt: frei

In der politischen Teleologie von Aristoteles sind die Belange des heimischen Wesens, der Oikonomia, mit der Ausleuchtung der Aspekte des Tauschs und des Gelderwerbs/Chrematistik und den damit verbundenen Tätigkeiten des Herbeischaffens, des Erwerbs und der Versorgung der politischen Zwecksetzung untergeordnet und bleiben eingebettet in der Form des Gemeinsamen. Die Oikonomia ist zwangsläufig Teil der Politike oder nicht existent. Entlang einer hierzu vorgezeichneten Bruchlinie der Chrematistik wird immer wieder die Frage in einer weitläufigen abendländischen Kultur- und Diskursgeschichte aufgeworfen, ob, wie und mit welchen Konsequenzen die Gesetzmäßigkeiten ökonomischer und marktförmiger Reproduktionen mit den Prinzipien der Weltordnung und mit den Gesetzen der Selbsterhaltung politischer und sozialer Einheiten interferieren.

Neben Einwendungen, Kommentaren und Reflexionen hinsichtlich der Marxschen “Kritik der politischen Ökonomie” (1867) bildet auf dieser Grundlage die Kritik von Castoriadis eine exzeptionell-spezifische Besonderheit, insofern sie die kritischen Anmerkungen von Marx bezüglich der kritischen Tragweite und Grenzen der Philosophie von Aristoteles als Ausgangspunkt nimmt für eine dezidierte Auseinandersetzung und Diskussion zentraler Passagen der aristotelischen Philosophie, die sich um die Begriffe “Gleichheit”, “Gerechtigkeit” und “Politik” zentrieren. Die Relevanz und Geltung dieser Auseinandersetzung sowohl für Castoriadis Werk als auch für eine aktuelle Diskussion der Bedingung der Möglichkeit einer anderen Gesellschaft, in der die Formulierung “jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” Gültigkeit gewinnt, wird Gegenstand dieses Vortrags mit Diskussion sein.