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Digi-Tales II


Digital basierte Medienkunst - narrativ, interaktiv, interdisziplinär

Fr, 22.04.2016

Kunsthalle

Rubrik: Ausstellung

Öffnungszeiten: Do und Fr 16-20 Uhr, Sa und So 14-18 Uhr

Eintritt: 3 Euro

Ermässigt: 2 Euro

Unter dem Titel Digi-Tales II präsentiert der Kunstverein Kunsthalle Hannover e.V. ein Medienkunst-Projekt mit Beteiligung niedersächsischer Künstlerinnen und Künstler. Bereits 2005 konnte in der Kunsthalle Faust mit der Ausstellung Digi-Tales I eine Neuformulierung narrativer Elemente in der digitalen Kunst präsentiert werden. Digi-Tales II zeigt nun eine breit angelegte Auswahl digital erzeugter Formsprachen, die die Faszination künstlicher Bildwelten mit dem Reiz akustischer, narrativer und partizipativer Komponenten zu einem alle Sinne erfassenden Erlebnis verbindet. Zum Ausstellungsende werden Studenten der Hochschule Hannover in der Sonderausstellung 50 Ways to Place The Light Vol II mit eigenen Beiträgen in einen Dialog mit den gezeigten Positionen treten und ein Diskussionsforum eröffnen.

Nachdem zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts die Elektrifizierung der Lebensumwelt zum Icon der Modernisierung wurde und unser alltägliches Leben in vielfältiger Weise von Grund auf veränderte, gedacht sei hier nur als Beispiel an die Elektrifizierung der Haushaltsgeräte (zum Beispiel Waschmaschine, Staubsauger, Geschirrspülmaschine), erleben wir heute am Beginn des Einundzwanzigsten Jahrhunderts die zweite Stufe dieser Entwicklung. Eine neue grundlegende Welle der technischen Umgestaltung unseres Alltags nimmt Gestalt an. Die Elektrifizierung unserer Umwelt wird intelligent, Smart Homes, Häuser und Wohnungen, in denen die Verwendung von Energie intelligent gesteuert wird und in denen diese komplexen Algorithmen unser Leben durchdringen, werden Realität. Energie und Information verbinden sich im Alltag und beeinflussen unser Leben und unsere Wahrnehmung nachhaltig. Die zeitgenössische Kunst als Reflexionskammer gesellschaftlicher Neuorientierung nimmt diese Veränderungsprozesse als ästhetische Herausforderung auf.

Hannes Malte Mahler und Ingo Lie haben Kandinskys berühmtes Theorem “Punkt und Linie zu Fläche” in den digitalen Medien zu einer eigenen Bildsprache entwickelt. Eckhard Westermeier nutzt deren animierte Form, um poetische Aussagen zu Zeit, Raum und Bewegung zu treffen. Barbara Hindal und Oliver Niemöller wiederum beziehen digital erzeugte Klangsequenzen oder mathematisch generierte Bilder in ihre oft interaktiven Werke ein. So ermöglicht beispielsweise Niemöllers interaktive Software in seiner Installation “non-printable” die Partizipation von Besuchern, die live auf einer Projektionsfläche virtuelle, dreidimensionale Objekte entstehen lassen können.

Barbara Hindahl hat in umfangreichen Untersuchungen Arbeitsgeräusche von Druckern durch Eingabe unterschiedlichster Motive manipuliert und zu komplexen Bild-und Klangfolgen komponiert. So werden die Besucher beispielsweise Zeuge, wie ein Motiv einer Feuersbrunst, eine Gewerkschaftsdemonstration oder das Konterfei eines Politikers klingt. Der Video-Klassiker “Schreibmaschine der Analphabeten” des ungarischen Künstlers János Sugár zeigt das Morphing einer Kalaschnikow aus Zeitungsbildern aus aller Welt.

Die Schweizer Künstlergruppe curious minds arbeitet mit virtuellen Federn: So trägt die Liegefläche eines Puppenhaus-Bettchens trägt aufgedruckt einen digitalen QR-Code, den die Ausstellungsbesucher mit ihrem Smartphone scannen können. Dann öffnet sich auf dem Display das reale Bild des Ausstellungsraumes, betrachtet durch die Kamera des Smartphones. Lässt man mittels Display den Blick durch die Kunsthalle schweifen, scheinen Bettfedern mit irisierendem Farbspektrum langsam von der Decke herunterzuschweben. Berührt der Smartphone-Nutzer die Federn, so erscheint jeweils zu einer Klangfolge eine neue Bildebene, die einen Ausschnitt aus der Geschichte der Bettfedernfabrik wiedergibt. Ergänzend präsentieren Landerer & Company ein Zeit und Raum verfremdetes Video tänzerischer Bewegungen aus der Vogel-Perspektive auf den Hallenboden projiziert.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
curious minds (Zürich), Barbara Hindahl (Hannover/Mannheim), Landerer & Company (Hannover), Ingo Lie (Hannover), Hannes Malte Mahler (Hannover), Oliver Niemöller [on:] (Köln), János Sugár (Budapest) und Eckhard Westermeier (Hildesheim/Berlin)

Digi-Tales II
Ausstellungsdauer: Freitag, 15. April, bis Sonntag, 8. Mai 2016
Vernissage: Donnerstag, 14. April, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Do und Fr 16-20 Uhr, Sa und So 14-18 Uhr
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt: 2 Euro

Rahmenprogramm:

Donnerstag, 14. April, 19 Uhr:
Vernissage: Digi-Tales II
Grußwort: Anne Prenzler (Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover)
Einführung: Harro Schmidt (KV Kunsthalle Hannover e.V.)

Freitag, 15. April, 17 – 20 Uhr:
Workshop: Virtuelle 3D-Projektionen
In diesem Workshop unter der Leitung von Oliver Niemöller (Köln) werden mit der sogenannten “Möbiusgeometrie” virtuelle 3D-Projektionen geschaffen. In diesem Rahmen gibt es eine Einführung in die CAD-Software Rhinozeros mit MIDI-Controller und ein Spiel mit der Software-Installation . Hochqualitative 2D-Prints der Objekte sind erwerbbar. Für Teilnehmende ab 10 Jahre, gern mit Eltern. (max. 10 Teilnehmer, Gebühr: 5,- / ermäßigt: 3.-)

Samstag, 16. April, 14 – 23 Uhr:
25 Jahre Faust – All Areas-Festival
Im Rahmen des 25 Jahre Faust-Jubiläums hat die Kunsthalle Faust verlängerte Öffnungszeiten. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 24. April, 16 – 18 Uhr:
Podiumsdiskussion: Das virtuelle “da sein”
Mit Ingo Lie und Barbara Hindahl (Hannover), Moderation: Prof. Roland Kerstein (Bremen)

Sonntag, 01. Mai, 14 – 20 Uhr:
Internationales 1. Mai-Fest
Im Rahmen des Internationalen 1. Mai-Festes hat die Kunsthalle Faust verlängerte Öffungszeiten. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 04. Mai, 19 Uhr:
Vernissage: 50 Ways to Place The Light Vol II
Einführung: Friedrich Weltzien (Hochschule Hannover)
Kuratorin: Barbara Hindahl (Mixed Media und LfbA an der Hochschule Hannover)

Donnerstag, 5. Mai, bis Sonntag, 8. Mai
50 Ways to Place The Light Vol II
Zum Ausstellungsende werden Studenten der Hochschule Hannover mit einer Sonderausstellung mit eigenen Beiträgen in einen Dialog mit den gezeigten Positionen treten und ein Diskussionsforum eröffnen.

Samstag, 07. Mai, 14 – 17 Uhr:
Workshop: Analoge und digitale Projektionen
Dieser Workshop unter der Leitung von Babara Hindahl (Hochschule Hannover) vermittelt verschiedene Möglichkeiten, den Raum mit Licht zu strukturieren und regt experimentelle Ansätze an. Die Teilnehmer filmen, projizieren die Ergebnisse mit einem Beamer in den Raum und haben die Möglichkeit, für einen Drucker zu “komponieren”. PC-Kenntnisse erwünscht. Wenn möglich, bitte eine Video- oder Handy-Kamera mitbringen. (max. 16 Teilnehmer, Gebühr: 5,- / ermäßigt: 3.-)