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Der Gang zu einer Ärztin oder einem Arzt ist für “Menschen ohne Papiere” mit großen Hürden und der immer währenden Angst vor Abschiebung verbunden.
Das bedeutet in der Realität: keine Behandlung von akuten Schmerzen, keine Behandlung von chronischen Erkrankungen, keine Möglichkeit für den Erhalt von Medikamenten, kein Krankenhausaufenthalt, sowie keine Mutterschaftsvorsorge für schwangere Patientinnen.

Medinetz Hannover e.V. möchte für diese Personengruppe Wege zu einer gesundheitlichen Versorgung schaffen. Das bedeutet kurzfristig, dass wir Menschen ohne Papiere kostenfrei und anonym medizinische Hilfe vermitteln. Langfristig möchten wir aber vor allem politische Veränderungen erwirken. Bereits 2012 gab es ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, welches besagt: “Die Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren.” Wir setzen uns dafür ein, dass stattliche Akteure dieser Verpflichtung nachkommt und das “Menschenrecht auf Gesundheit” realpolitisch umsetzt.

Damit dies gelingt versuchen wir Aufmerksamkeit zu schaffen und alle Bürgerinnen und Bürger, aber speziell auch ärztliches Fachpersonal über diese Problematik, die für die meisten Menschen im Verborgenen bleibt, aufzuklären.

Durch die Initiative des Medinetz Hannovers e.V. zusammen mit der Medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen e.V. hat sich ein eigenständiges Modellprojekt namens „anonymisierter Krankenschein“ (AK) entwickelt, der ein erster Schritt zu einer besseren medizinischen Versorgung darstellt. Trotzdem bleibt die Versorgung lückenhaft, so dass unsere Forderung nach einer gesundheitspolitischen Gleichstellung von Geflüchteten weitere Veränderungen erfordert.

Ein weiterer Teil unserer politischen Arbeit beinhaltet die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Asylbewerberinnen und -bewerbern. Wir setzen uns für einen sofortigen Zugang zur medizinischen Regelversorgung ein, so dass für Betroffene vor einem möglicherweise dringenden Arztbesuch nicht der Umweg zum Sozialministerium erforderlich bleibt. Wir fordern die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Es gibt noch viel Potential für politische Veränderungen, für eine humanere Flüchtlingspolitik und es gibt vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren. Wir sind ganz unterschiedliche Menschen, in unterschiedlichen Lebensabschnitten, die zusammen einen Beitrag zu gesellschaftlicher Veränderung leisten wollen.

Wir freuen uns sehr, wenn Menschen Lust haben uns und unsere Arbeit kennenzulernen und unsere Arbeit zu unterstützen.
Wir treffen uns jeden Montag um 18.00 Uhr in den Räumen des Kargah e.V.
Bei Fragen meldet euch gerne jederzeit am besten per Mail: medinetz-hannover@gmx.de

Weitere Infos auch unter: www.medinetz-hannover.de