Kapitel 10 Weg 211111111 – Antrag

Als er klingelte, pochte sein Herz schneller, ihm wurde fast übel. Als er jedoch hineinging wurde es noch schlimmer, da Sahras Vater im selben Moment die Stimme erhob. In diesem Augenblick lief die Welt nicht mehr im Zeitraffer, sondern in Zeitlupe. Er sah förmlich, wie Sahras Vater die Stimme erhob, um Sahra zu rufen. Aber egal, ob die Beziehung zwischen ihm und Sahra in die Brüche ging, er musste einfach etwas unternehmen.
Er machte einen schnellen Schritt nach vorne und rief: “Moment, bitte rufen Sie Sahra nicht, ich bin hier, um mit Ihnen zu sprechen!” Ihm war es egal, ob sein Handeln gegen irgendwelche sozialen Regeln in Sahras Familie verstieß, er würde um seine Freundin kämpfen, und für ihr Wohlergehen jedes Hindernis bezwingen – und das sagte er auch klar und deutlich.
Stille. Dann ein “Ah”.
Nach einer langen Pause, in der Hans fast die ganze Zeit auf den Boden starrte, fragte Sahras Vater mit leichtem Akzent und einem Lächeln auf den Lippen, ob er das ernst meine. Hans bejahte. Sahras Vater fragte, ob er seine Tochter überall hin begleiten und sie unterstützen würde, in guten wie in schlechten Zeiten. Hans bejahte auch dies. Daraufhin antwortete ihr Vater feierlich mit den Worten: “Dann gebe ich Euch meinen Segen!”
Verblüfft von dieser Aussage fing Sahra an zu weinen. Als Hans jedoch in seinem Rucksack nach Taschentüchern suchte, bemerkte er, dass der Ring, welchen er immer für eine “Speed-Verlobung” mit Sahra dabei hatte, beim Zusammenstoß mit der Tür herausgefallen sein musste. Er entschuldigte sich und sah beim Rausgehen die Schatulle im Gebüsch. Sie war offen, was ein Glück, dass der Ring nicht verlorengegangen war! Er kniete sich hin und griff nach dem Ring. Als Sahra die Tür öffnete, sah sie Hans kniend mit der offenen Schatulle und dem Ring vor sich und sagte: “JA!!”
“Wir heiraten in LINDEN.”