Kapitel 9 Weg 21111111 – Mut

Obwohl Hans dachte, dass das Gespräch zu Ende sei, hatte er noch eine Frage an Mohammed, und zwar, was Immigration für ihn bedeute. Mohammed antwortete: “Ich denke, Immigration bedeutet, jemanden mit offenen Armen zu empfangen und aufzunehmen, ohne über seine Herkunft oder seine Hautfarbe nachzudenken.”
Diese Aussage bewegte Hans sehr, da es ihn darüber nachdenken ließ, wie ihn Sahras Eltern abwiesen. Sie sind sehr nette Menschen, sie lieben ihre Tochter so sehr, vielleicht haben sie ja Angst, dass ich ein schlechter Schwiegersohn wäre. Sie kennen mich bisher nicht, wenn sie mich kennenlernen, wird alles besser werden. Dachte er.
Mit neuem Mut machte er sich auf den Weg zum Bahnhof. Durch seine Euphorie fühlten sich der Weg und die Fahrt an wie im Zeitraffer, wo man die schwachen, durch die Geschwindigkeit viel zu verschwommenen Umrisse von Menschen an seiner Seite erkennen konnte.
Sein Kopf war voller Gedanken: Was würden die Eltern von ihm halten, würde Sahra ihn wegen dieser Aktion verlassen? Dann würde er vielleicht einsam leben, acht Katzen halten und den auf der Straße tobenden Jugendlichen erklären, dass früher alles besser gewesen sei. Durch die Stimme des nuschelnden Sprechers, der ankündigte, dass die Endstation erreicht sei, wurde er in die Realität zurückgeholt.
Dann wiederholte der Sprecher, immer noch nuschelnd, die Ansage in einer anderen Sprache. Hans fand das toll, da dies wieder einmal die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen in der Region Hannover widerspiegelte.
Dann ging er bis zum Haus von Sahras Eltern. Er erinnerte sich an das Gespräch mit Mohammed. Obwohl es so viele Kulturen gab, hatten viele auch Gemeinsamkeiten, wie z. B., dass er auch bei Sahra die Schuhe ausziehen musste.
Er hatte zudem erfahren, dass es Jesus auch in der Islamischen Religion gab. Dort war er ein Prophet namens Issa.
Das war wirklich interessant, denn eigentlich waren ja alle irgendwie miteinander verwandt. Alle hatten dieselben Vorfahren und alle waren miteinander verbunden.
Während des Philosophierens vergaß Hans, auf den Weg zu achten, und prallte gegen die Haustür der Eltern seiner Freundin.