Kapitel 6 Weg 21111 – Hans

Hans wachte mit Liebesgefühlen auf. Er war nun schon seit drei Monaten mit Sahra zusammen und wollte sich sofort mit ihr treffen. Es war ein herrliches Gefühl, verliebt zu sein. Es fühlt sich so an, als ob Tausende von Schmetterlingen in seinem Bauch herumflattern würden. Er machte sich einen Kaffee und kleckerte dabei auf sein neues hellblaues Hemd. So konnte er doch nicht zur Arbeit! Er hatte heute sowieso keine Lust, zur Arbeit zu gehen. Aus irgendeinem Grund schwelgte er heute besonders in Erinnerungen. Deswegen beschloss er, sich einfach frei zu nehmen.
Er zog sich um und ging zum Pfarrlandspielplatz, wo er fast seine ganze Kindheit verbracht hatte. Er setzte sich auf eine braune, morsche Bank und sah den lachenden, kreischenden Kindern dabei zu, wie sie miteinander spielten. „Familie“, dachte er. Er hatte letztes Jahr bei Faust in der Warenannahme eine Veranstaltung mit gEMiDe e.V., einem Verein, der Integrations- und Kulturarbeit im Stadtteil betrieb, von Jugendlichen ein Gedicht gehört und es sich aufgeschrieben. Das passte jetzt …

Meine Familie, was kommt danach?

Meine Familie ist das Wichtigste in meinem Leben,
ohne sie
kann ich nicht mehr leben.
Ich habe ein schlechtes Gewissen,
denn ich werde meine Familie,
ihre Stärken und Schwächen, vermissen.

Es gibt auch schlechte Menschen im Leben,
doch die Familie schenkt uns Geborgenheit.
Wenn ich nicht mehr weiter weiß,
keinen Ausweg sehe,
bevor ich platze, denke ich
an meine Geschwister und meine Eltern
und laufe schnell zu ihnen hin.

Meine Familie steht an erster Stelle,
denn sie ist meine Stärke und meine Quelle.
Meine Familie ist etwas Wichtiges in meinem Leben,
denn sie gibt uns die Kraft
zum Überleben.
Bitte,
vergiss deine Familie nicht.