Kapitel 6 Weg 11111 – Anruf

Beschwingt und etwas benebelt im Kopf ging Malte nach Hause. Er wohnte nur ein paar Häuserblocks entfernt von der Faust und war innerhalb von 10 Minuten zu Hause. „Verrückt, wie sich Situationen manchmal verändern können, wenn man sich fremden Menschen öffnet. Gut, dass ich nicht meinem ersten Impuls gefolgt und nach Hause gegangen bin, als mich Max einfach stehen ließ. Ob sich Lindsey bei mir melden wird?“
„Erde an Malte, halloooo“, holt ihn eine Stimme ins Leben zurück.
„Was ist denn los mit dir, du kannst dich ja kaum konzentrieren“.
Lilo, Maltes Mitbewohnerin, die ihm am Esstisch gegenübersaß und ihm beim Bewerbungsschreiben half, schaute ihn neckisch an.
„Na, gestern Abend eine kennengelernt, oder wie?“ Sie zwinkerte und machte es sich auf ihrem Stuhl bequem, bereit für die Geschichte.
Malte zuckte nur die Schultern und entgegnete „Hmm… ja… nee… weiß nicht… war ganz nett gestern, aber… keine Ahnung, wir waren betrunken und haben uns einfach gut unterhalten. Sie wird sich eh nicht melden. Komm, lass uns meine Bewerbungen zu Ende schreiben, meine Ausbildung ist bald vorbei und ich kann hier ja schließlich nicht kostenlos wohnen.“
„Wohl wahr.“ Lilo lächelte und sagte: „Sie wird sich melden, ganz bestimmt“, und zog den Laptop wieder zu sich.
„Mal sehen… hier gibt es noch einen Job als Mediengestalter bei der Firma Back to black, das passt doch! Die stellen dich bestimmt ein“, und zwickte Malte in die Seite. Malte rang sich ein Grinsen ab und machte sich wieder an die Arbeit.
Am Abend klingelte plötzlich sein Telefon, unbekannte Nummer. Maltes Herz schlug höher.
„Ja, hallo?“
„Hey Malte, hier ist Lindsey“, erklang eine fröhliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Malte spürte, wie sein Magen zu kribbeln begann
„Hast du Lust, gleich mit mir aufs Fährmannsfest zu gehen, da spielt eine Band, die wird dir bestimmt gefallen.“ „Äh… ja“, quietschte Malte verdattert.
„Super, halb acht am Küchengarten?“
„Gerne“, brachte Malte hervor, bevor Lindsey auch schon wieder aufgelegt hatte.