Kapitel 3 Weg 11 – Im Club

Lindsey strahlte und flüsterte ihrem Bruder etwas ins Ohr. Beide tuschelten kurz, soweit man bei dieser Lautstärke von Tuscheln reden konnte. Plötzlich drehte sich Azaz abrupt zu Malte um, streckte ihm seine Hand entgegen und rief: „Hey freut mich, Azaz!“. Malte, der sich von dem kurzen Schreck erholte, räusperte sich kurz, schüttelte so selbstbewusst wie möglich Azaz’ Hand und schrie „Malte, hi!“. Da es ohnehin zu laut war, um ein Gespräch anzufangen, tanzten sie zu viert noch eine Weile weiter, bis sich einige Freunde von Azaz zu ihnen gesellten. Bestimmt seine Arbeitskollegen, dachte Malte und fühlte sich plötzlich etwas stärker in dem Gedanken, zu ihnen zu gehören. Oder kam dieses Gefühl durch Lindsey, die immer wilder in ihren Bewegungen wurde? Sie hatte wirklich eine unglaublich positive Ausstrahlung, echt bemerkenswert. Kein Wunder, dass die Männer sich um sie scharten! Er lächelte sie an. Aber was Frauen anging war Malte schüchtern. Obwohl er wirklich gutaussehend war, eine Ausbildung zum Koch an der Limmer Straße machte und hin und wieder als Sänger bei Linden Legendz auftrat, wies sein Selbstbewusstsein große Lücken auf.
Mittlerweile war es halb drei und die Bässe wummerten in Maltes Ohren. Erschöpft ließ er sich am Rande der Tanzfläche auf einen Sessel nieder und merkte, wie sich sein Kopf erneut zu drehen begann. Er schloss die Augen. Auf einmal tippte ihm jemand auf die Schulter. Er zuckte zusammen und riss seine Augen wieder auf. Da stand Lindsey vor ihm, mit einem Bier in der Hand, und fragte fröhlich: „Kommst du mit raus? Ich muss mal ein bisschen frische Luft schnappen“. Erleichtert und etwas beflügelt nahm Malte, mit einem kurzen Blick auf ihren Bruder, der sich immer noch prächtig auf der Tanzfläche amüsierte, das Angebot an und ging mit ihr vor die Tür.